Was ist ein Browsergame?
Die Definition was ein Browsergame ist, dürfte in der Zwischenzeit nicht mehr so einfach sein.
Ein Browser, eine Menge Plugins und dann hat man was? Genau… ein Clientgame!
Java, Flash, Silverlight, Flex, Air… etc. etc. etc.
Für mich gibt es im Moment keine saubere Trennung mehr. Zu Anfang hat es das noch gegeben.
HTML, JavaScript… daraus haben die ersten Browsergames bestanden. Die haben meiner Meinung nach diese Bezeichnung noch verdient. Von den neuen Browsergames kann man dies nicht mehr behaupten. Man hat Unmengen an Clientkomponenten welche installiert werden müssen, eine Serverfarm welche die Daten verarbeitet und das ist in meinen Augen ein Clientgame.
Als Clientkomponente gilt bei mir alles, was ein Browser benötigt um Dinge außerhalb von HTML/JavaScript darzustellen.
Ein Browsergame ist ein Spiel, welches als Grundlage einen Browser verwendet. Muß es das? Wer behauptet dies?
Mir scheint, daß die Bezeichnung Browsergame schlicht und einfach falsch geworden ist. Wir reden hier bei einigen Spielen schon eher von Massive Multiplayer Online Games, sprich MMOG.
Meiner Meinung nach wird es spätestens mit der nächsten Generation der Browser hier ein Umdenken geben. Mozilla plant noch mehr Clientseitige Features zu integrieren, welche die Unterscheidung zwischen Online- und Offlinespielen noch weiter aufheben werden.
Schon heute ist es möglich vieles ohne Internetzugang zu erledigen und dann gezielt nur die Zugdaten zu übertragen. Als eines der in meinen Augen glänzenden Beispiele kann man hier Tales of Tamar nennen. Meines Wissens nach sollte hier sogar mal eine Browservariante entstehen.
Man hätte dann hier ein Spiel gehabt, welches es zum einen als Clientversion gibt, zum anderen als Browsergame und die Spielwelt wäre die gleiche gewesen. Ist dies jetzt ein Browsergame?
Wie könnte es weiter gehen?
Die Zeiten haben sich geändert. Weg vom Content, hin zum Feature- und Präsentationswahn. Im Prinzip geht die Entwicklung im Bereich der Browsergames nur wesentlich schneller vorran. Wir holen im Moment in wenigen Monaten das nach, wofür die Clientgames Jahre benötigt haben.
Klar wird es immer wieder Perlen geben, aber die sind doch verdammt selten geworden. Die wenigsten haben Erfahrungen im Gamedesign, im Erstellen von Handlungssträngen, im Ausbalancieren des Spiels, im Umgang mit den Spielern…
Die großen Firmen haben für sich eine Möglichkeit entdeckt ihre vorhandenen Spieleuniversen auszudehnen und die Kunden noch enger an sich zu binden. Wer von uns kann auf ein bestehendes Universum aufbauen, welches zum einen bekannt ist und zum anderen in sich geschlossen und schlüssig definiert wurde? Die wenigsten!
Ich bin nicht so tief im Moment im Thema drin wie es mir möglich ist, von daher kann ich noch nicht mal vermuten wie sich das Ganze weiter entwickeln wird. Möglichkeiten gibt es viele und ich muß immer wieder an die erste BGC denken, wo man mich noch belächelt hat als ich von den Mobiltelefonen als Zielplattform gesprochen habe. Wenige Monate danach hatten die ersten Teilnehmer was vorzeigen können. Sei es als eigenständiges Spiel, oder als Zusatzfeature zu einem bestehenden Spiel.
Vielen von uns fehlt einfach die Weitsicht. Dies mag am Alter, an der fehlenden Erfahrung, oder schlicht an einer fehlenden Kaufmännischen Ausbildung liegen. Gerade hier setzen die großen Firmen an. Sie können nicht nur mit den oben beschriebenen Dingen Punkten, nein, sie haben aufgrund ihrer Erfahrungen und des vorhandenen Wissens auch die Möglichkeiten den Markt besser abschätzen zu können.
Für uns Hobbyprogrammierer wird es immer Möglichkeiten geben was auf die Beine zu stellen. Aber für diejenigen unter uns, welche hier versuchen wollen Geld zu verdienen, ist dies mit dem Eintritt der aktuellen Spielerhersteller in den Markt noch um einiges schwerer geworden.
Wo ich noch drauf warte sind die ersten Klagen wegen Ideendiebstahl oder Verwendung von geschützten Dingen aus anderen Spielen. Aber was nicht ist, kann ja noch kommen. Es geht verstärkt um Geld, um viel Geld und da verstehen manche dann keinen Spaß mehr.